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Der sagenhafte Hintergrund der Legenden um König Arthur, die Welt des mittelalterlichen, feudalen Britannien, das Ungewisse, dem man sich hingeben kann und das allen Abenteuern erst die Attraktivität verleiht – das ist der Rahmen, in dem die Teilnehmer von Glatisant-Liverollenspielen unmittelbar Geschichten erzählen und zum Leben erwecken. Liverollenspiel bedeutet, kreativer Betätigung realen Ausdruck zu geben; aber gleichzeitig, nicht alles in der Hand zu haben, da man selbst stets nur ein Teil der gerade gespielten Szene ist. Und das in freier Natur. Unter einem klaren Sternenhimmel. In einer fackelbeleuchteten Burg. Auf der Suche nach der verborgenen Lösung eines schwierigen Rätsels. Oder dem richtigen Geschenk für die fürstliche Hochzeit, zu der man geladen ist. Oder nach dem nächsten Krug Bier...
Liverollenspiel ist Theater ohne Zuschauer – jeder Anwesende ist lebendiger Teil der Szene, Akteur und Publikum zugleich. Liverollenspiel bietet die Gelegenheit, Personen zu verkörpern, in deren Haut man immer schon einmal schlüpfen wollte: die rotzfreche Magd, den ungehobelten Mundschenk, die tapfere Ritterin oder den lüsternen Druiden. In selbstgeschneiderten Kostümen, unter dem Gewicht des echten Kettenhemdes ächzend, und vor dem Keuchen aus dem dunklen Keller der fackelbeleuchteten Burg erschaudernd, entscheidet man das Fortlaufen der Handlung des Spiels unmittelbar mit – aus den eigenen Aktionen entwickeln sich neue Szenen und Situationen. Man wandert unter sternenklarem Himmel durch den dunklen Wald, tafelt im Rittersaal in edler Gesellschaft, tastet sich mit einer Laterne durch obskure Keller und schwingt vor versammelter Menge kühne Reden. Jeder Teilnehmer eines Liverollenspiels spielt eine Rolle, verkörpert einen bestimmten Charakter, welcher in der jeweiligen Situation seinem eigenen Profil gemäß reagiert und handelt. Aus der Interaktion der einzelnen Charaktere entsteht die Handlung des Liverollenspiel-Wochenendes.
Die Organisatoren eines Liverollenspiels, die „Spielleitung“, benötigen zum Vorantreiben der Geschichte instruierte Mitspieler, sogenannte „Darsteller“. Diese sind in die Abfolge der geplanten Szenen eingeweiht und versuchen durch gezielte Auftritte und Handlungen das Spiel in die von der Spielleitung gewünschte Richtung zu lenken. Die restlichen Teilnehmer, die „Spieler“, wissen nicht, was auf sie zukommt. Sie haben den Charakter, den sie spielen wollen, gemäß dem Glatisant-Regelwerk erstellt – dieser weist eine Hintergrundgeschichte, Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale auf – und verkörpern diesen während des gesamten Liverollenspiels. Für die Spieler steckt hinter jeder Türe ein unerwartetes Abenteuer und gefährliche Verlockungen, sie laufen ins Ungewisse. Alle Sinneseindrücke, welche die Spielleitung ihnen angedeihen lässt, können sie in vollen Zügen genießen. Die Darsteller wiederum freuen sich diebisch auf die dummen Gesichter der Spieler, schließlich wissen sie ja, was hinter der nächsten Ecke lauert...